Energetische Modernisierung: Schreyerstraße 12

Das Gebäude während der Sanierung
Neben der Schaffung neuer Wohnungen liegt ein wesentlicher Schwerpunkt der Genossenschaft auf der kontinuierlichen Sanierung und Modernisierung des Gebäudebestandes. Dabei spielen vor allem energetische Gesichtspunkte eine zentrale Rolle. Um die Klimaziele von EU und Bundesregierung zu erreichen und auch den Mieterinnen und Mietern einen möglichst effizienten Energieverbrauch zu ermöglichen, setzt die Hochtaunusbau bei Sanierungen vor allem im Heizungskeller an. Hier lässt sich am meisten CO² einsparen. Doch manchmal reicht das nicht aus. Dann modernisiert die Genossenschaft vollumfänglich, um ihren Bestand fit für die Zukunft zu machen.
Bei der Liegenschaft in der Schreyertsraße 12 in Kronberg stand eine solche energetische Modernisierung an. Das Gebäude aus dem Jahr 1953 umfasst auf einer Fläche von rund 423 Quadratmetern sechs Drei-Zimmer-Wohnungen. Im Rahmen der 2024 begonnenen und 2025 abgeschlossenen Modernisierung wurden die bisherigen Gasetagenheizungen durch eine Zentralheizung mit Wärmepumpe ersetzt, verbunden mit der Installation einer Photovoltaikanlage und eines Batteriespeichers. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Modernisierung das Dach, die Kellerdecken sowie die Wände gedämmt und neue Fenster eingebaut. Nach Abschluss der Arbeiten erreicht die Liegenschaft nun den Energiestandard KfW 55.
Wärmeversorgung: Die Effizienzreserven liegen im Heizungskeller
Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland beschäftigen sich derzeit mit der Frage, wie sie ihre Bestände möglichst effizient modernisieren können, um die Klimaziele zu erreichen. Eine zentrale Erkenntnis dabei, die sich auch in vielen Gesprächen mit Fachexperten bestätigt: Die größten Effizienzreserven stecken im Heizungskeller. Der Austausch einer alten Öl- oder Gasheizung, beispielsweise durch eine Wärmepumpe, hilft, die CO2-Bilanz und die Energieeffizienz eines Gebäudes auf einen Schlag deutlich zu verbessern. Auch für die Hochtaunusbau sind dies wichtige Fragestellungen. Im Rahmen von aktuellen Pilotprojekten sammelt das Unternehmen Erfahrungswerte, die sich künftig auch auf andere Liegenschaften übertragen lassen.
Die ersten Erkenntnisse, die sich aus den Modernisierungen ergeben haben, zeigen eine positive Entwicklung. Nach einer kurzzeitigen Knappheit sind Wärmepumpen aktuell wieder verfügbar. Außerdem wurden diese effizienter, sodass sie mittlerweile auch in älteren, wenig gedämmten Gebäuden ohne Bodenheizungen betrieben werden können. Eine Herausforderung, die während der Projektphase auftauchte, ist der Anschluss an das öffentliche Stromnetz. Eines der Pilotprojekte ist 2025 sogar daran gescheitert. Das kann die Hochtaunusbau nun frühzeitig berücksichtigen und im Vorfeld Fragen mit den entsprechenden Versorgern klären.
Eines jedenfalls ist klar: Ein „weiter so“ bei der Wärmeversorgung funktioniert nicht. Gesetzliche Rahmenbedingungen zwingen die Wohnungswirtschaft und private Vermieter zum Handeln und es ist aus Sicht unserer Genossenschaft auch richtig und wichtig, sich langfristig effizient aufzustellen. Einen positiven Nebeneffekt hat das Ganze ebenfalls: Mit dem steigenden Einsatz erneuerbarer Energien und moderner Technologien sinkt unsere Abhängigkeit von ausländischen Energieimporten. Die derzeitigen Krisen auf der Welt und die für alle Verbraucher spürbaren Folgen des Ukraine-Krieges haben gezeigt, wie wertvoll eine solche Unabhängigkeit sein kann.